Man muss nicht nach schwarzen Autos suchen. Sie sind längst da: vor Häusern, am Straßenrand, auf Parkplätzen, vor Geschäften und in den Landschaften, durch die wir täglich fahren. Ihre Allgegenwart ist so selbstverständlich geworden, dass sie kaum noch auffällt.
Mein Fotoprojekt ABGESTELLT beginnt genau an diesem Punkt. Die Serie richtet den Blick auf eine Erscheinung, die banal wirkt und gerade deshalb etwas über unsere Gegenwart erzählen kann. Das einzelne schwarze Auto ist dabei nur der Ausgangspunkt. Interessant wird es dort, wo sich Fahrzeuge, Architektur und öffentlicher Raum begegnen – und wo aus vielen einzelnen Situationen allmählich ein gemeinsames Bild entsteht.
Die Fotografien versuchen nicht, dieses Phänomen zu erklären. Sie machen es sichtbar und stellen die Frage, was wir eigentlich sehen, wenn wir unsere alltägliche Umgebung genauer betrachten.
Work in Progress
ABGESTELLT
Das Phänomen der schwarzen Autos in der deutschen Alltagslandschaft:
Schwarz ist die Farbe, die unsere Autos zunehmend beherrscht. Vor Häusern, in Carports und Garagen, am Straßenrand, auf Firmenparkplätzen und vor Geschäften begegnen uns schwarze Fahrzeuge – einzeln, in Reihen, beinahe unauffällig und doch überall.
Das Fotoprojekt ABGESTELLT nimmt das schwarze Auto zum Ausgangspunkt einer fotografischen Untersuchung unserer Alltagslandschaft. Entscheidend ist dabei nicht das Auto allein, sondern sein Verhältnis zu dem Ort, an dem es steht: zu Häusern und Fassaden, Garagen und Carports, Zäunen und Vorgärten, Straßen und Parkplätzen, Gewerbegebieten und Einkaufszentren. Das Auto wird Teil seiner Umgebung – manchmal als Kontrast, manchmal so eng mit ihr verbunden, dass es beinahe darin verschwindet.
Das eigene Auto ist mehr als ein Gebrauchsgegenstand. Modell, Ausstattung und Farbe werden individuell gewählt. Doch auch die persönliche Wahl orientiert sich bei vielen daran, was gerade als modern, hochwertig und geschmackvoll gilt.
Gerade hier entsteht die Spannung der Arbeit: Aus unzähligen persönlichen Entscheidungen entsteht eine erstaunliche Gleichförmigkeit. Was einzeln kaum auffällt, wird in der Wiederholung sichtbar.
Die Serie beobachtet diese Wiederholung an unterschiedlichen Orten: beim Wohnen und Arbeiten, auf der Straße und beim Einkaufen, in Stadt und Dorf, bis hinein in die Landschaft. Das schwarze Auto wird dabei zum verbindenden Element einer Umgebung, die sich selbst zunehmend ähnlich sieht.
Die Fotografie macht aus dieser alltäglichen Erscheinung nichts Besonderes. Sie rückt das scheinbar Nebensächliche in den Vordergrund und verschiebt den Blick: vom einzelnen Fahrzeug auf die Umgebung, in der es steht. So wird sichtbar, wie persönliche Kaufentscheidungen, gesellschaftlicher Geschmack und die Gestaltung unserer Umgebung miteinander verbunden sind.
ABGESTELLT erzählt nicht von Autos. Die Serie erzählt von einer Gegenwart, in der das Individuelle überall sichtbar ist – und sich doch erstaunlich ähnlich zeigt.
t.